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JazzPodium 5/2017

 

Johnathan Blake / Scott Coley / Donny McCaslin & Dave Douglas

Brooklyn 3

Edition Longplay 18 (LP + mp3 Download)

Edel aufgemacht, audiophil produziert und mit einem sehr ansprechenden Cover versehen, gestaltet von Jakob Mattner, trifft die 18. Vinylausgabe aus dem Labelhaus von Rainer Haarmann vor allem mit einem spektakulären musikalischen Coup voll ins  Schwarze. Der momentan mit angesagteste (Jazz-) Saxophonist Donny McCaslin, bekannt durch sein Engagement bei Gary Burton in den 90ern und jüngst bei David Bowie auf dessen großartigem Abschiedsalbum „Blackstar“, sowie die anderen Protagonisten liefern zumeist eine schnelle, komplexe, emotionale wie kraftvolle Performance im reinen Jazzkontext, in der Tradition wurzelnd, aber frisch und hochmodern angelegt. Die Rhythmusgruppe gibt den Pulsgeber, doch Bassist Scott Colley und Drummer Johnathan Blake sind mehr als nur dienende Kollegen der Bläser. Der Klang des Tieftöners und des Schlagzeuges ist voll präsent, körperlich bis in die Fingerspitzen spürbar. Die Soli sind kurz wie prägnant. Und auf dem bestens grundierten Soundteppich kann sich der 50-jährige US-Holzbläser durch die sieben Stücke, alles Eigenkompositionen der Tonkünstler, mit Leichtigkeit und Energie hangeln. Gasttrompeter Dave Douglas, der das Trio zweimal zum Quartett erweitert, ist der kongeniale Partner, der in „Precipise“ in Miles-Davis-Manier die Himmelleitern hinauf steigt. Es geht gemäßigt expressiv zu, das Ende ist aushauchend gestaltet. Ganz anders läuft es in der „Free“-Improvisation. Da zwitschert es gewaltig zwischen McCaslin und Douglas. Doch bei aller Wildheit, dem Berserkertum und der totalen Atonalität frönt die Viererbande nicht, die sich bestens untereinander kennt und versteht. Ekstatisch kontrolliert wirkt alles, Tempodrosselung inklusive, keine Sekunde Langweile. Großartig diese kompakte, spannende und quicklebendige Kooperation der vier Virtuosen.

Michael Schaust

 

JazzPodium 5/2017


 

 

 JazzTimes, March 2017

 JazzTimes, March 2017


 

Besprechung von Janis Obodda in HiFi-Stars 34-März 2017

Besprechung von Janis Obodda in HiFi-Stars 34-März 2017


 

Alexander Schmitz schreibt in Jazz Podium Heft 2/17

Jazzpodium 2/17 Fuglsang


 

Janis Obodda in HiFi-Stars 34 / 2017

Brooklyn 3 

Donny McCaslin / Scott Colley / Jonathan Blake

Edition Longplay / EL18 / LP 180g + Download 

Das ist dann unterm Strich vielleicht doch der größte Coup, der Rainer Haarmann für sein exklusives Edition Longplay-Label gelungen ist. Als einer der bedeutendsten Saxophonisten der Gegenwart gilt Donny McCaslin spätestens seit seiner Zeit in der Band von Gary Burton in den 90ern; wichtige diskographische Einträge sind auch die Aufnahmen mit Trompeter Dave Douglas (der hier übrigens gastiert und das Trio aus McCaslin, Bassist Scott Colley und Drummer Jonathan Blake zum Quartett erweitert!). Sprunghaft angestiegen ist McCaslins Popularität dadurch, daß im Jahr 2014 David Bowie von einer Bekannten den dringenden Tip erhielt, sich McCaslin (der regelmäßig in einem New Yorker Club spielt) mal anzuhören – und der völlig begeisterte legendäre Rockstar nichts anbrennen ließ, McCaslin und seine Band direkt ins Studio einlud und erst die Single "Sue", dann sein ganzes Abschiedsalbum "Blackstar" mit ihm aufnahm, welches von McCaslins Spiel denn auch ganz entscheidend geprägt wird. Hier freilich hören wir diesen genialischen Musiker in einem reinen Jazz-Kontext, mit fürwahr erlesenen Partnern. Und einer Musik, die Bowies Euphorie sofort begreifbar macht: Dies ist sicherlich kein Kuscheljazz; als Hörer sollte man schon wenigstens bis zu John Coltranes Village Vanguard-Aufnahmen vorgedrungen sein. McCaslin zeigt sich hier als einer der großen Erzähler auf dem Tenorsax, sein Spiel ist dabei nicht nur von größter Intensität (dabei zumeist ausgesprochen subtil, laut wird er nur selten), sondern auch voller unvorhersehbarer Wendungen und, um im literarischen Bild zu bleiben, gespickt mit Nebenhandlungen und Querverweisen. Ja, man ist als Hörer durchaus gefordert (auch wenn es immer mal wieder zu lyrischen Ruhephasen kommt) – aber wer sich auf diese vielschichtigen Gespräche (denn McCaslins Partner tragen auch nicht wenig zum Geschehen bei) einläßt, wird mitfiebern und noch lange immer wieder neue Details auf diesem phantastischen Album entdecken. Labeleigner Haarmann wird seine Edition damit möglicherweise in dieser Editionsform abschließen; sollte das zutreffen, endet sie mit ihrem Höhepunkt - was angesichts der bisherigen Veröffentlichungen eine echte Leistung ist. Limitiert wie immer auf 500 Exemplare, und diesmal sollte man sich wohl schnell eines sichern… Überragend! (Frühe Besteller können sich über ein beigelegtes signiertes Photo freuen – solange Vorrat!)

Janis Obodda in HiFi-Stars 34 / 2017

 

 

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